Am 3. Mai 2001 hat Aldi-Süd wieder Notebooks in's Programm genommen, vom Typ Medion mit Intel Pentium III Prozessor (850 Mhz), DVD Laufwerk, 14.1 Zoll XGA Display, 128 MB RAM, 10.0 GB Festplatte, etc. Dieses Dokument beschreibt auf was man achten sollte, um bei diesem Gerät das vorinstallierte Windows Millennium Edition erfolgreich durch Linux zu ersetzen.
Bevor man sich ans Werk macht sollte man ruhig zuerst einmal Windows ME booten und sich das Hardware Profil (Systemsteuerung) genauer ansehen. (Ein Schritt, den ich leider ausgelassen habe und der sich, wie sich erst später herausstellen sollte, als äusserst wichtig erwies.) Am besten notiert man sich die Informationen (Hersteller, Chipsatz) zur Onboard Sound Karte, Grafik, Netzwerk Adapter, etc. Die Werte zur Festplatte, Maus und Tastaur werden wahrscheinlich nicht benötigt. Das interne 56K Modem kann zur Zeit unter Linux nicht verwendet werden, deshalb sind auch dessen Einstellung vorerst unwichtig.
Nachdem das Hardware Profil von Windows ME notiert ist, sollte man noch vor der anstehenden Linux Installation die Einstellungen des Notebook BIOS ändern. Dort gibt es eine Option, die den Betriebssystem Typ festlegt: "Windows95/98/NT" oder "Other". Hier sollte man "Other" wählen, damit Linux während der Installation die eingebaute Hardware (so gut wie es nur geht) erkennt. (Bei der Gelegenheit habe ich auch den Bootsektor Virenschutz deaktiviert.)
Im Grunde genommen sollten alle Linux Distributionen und Varianten auf dem Aldi Notebook zu installieren sein. Für dieses Dokument diente das französische Mandrake 8.0 als Vorlage. Genauso denkbar wären z.B. SuSE, RedHat, oder Debian. Allerdings sind bestimmte (Grafik-) Treiber bei Debian nicht so aktuell wie in anderen Distributionen, deshalb werden Einsteiger vielleicht eher eine kommerzielle Linux Variente bevorzugen. Wie sich herausstellte sind besonders die Grafikkarten Treiber ein Nadelöhr bei der Linux Installation. Also, Aktualität ist gefragt.
Hier die einzelnen Schritte einer typischen Linux Installation auf dem Aldi Notebook (am Beispiel von Mandrake 8.0):
Mandrake Linux 8.0 frägt bei der Installation keine Soundkarte ab. Diese sollte jedoch automatisch erkannt und konfiguriert werden. Es handelt sich beim Aldi Notebook um einen ESS Techn. ES 1988 Allegro-1 Chipsatz, der vom Treiber maestro3 unterstützt wird. Achtung: bei einem selbsterstellten Kernel muss dazu Alsa hinzugezogen werden, da die native Kernel-Unterstützung für diesen Chip noch sehr experimentell ist. Die Alsa Treiber lassen sich dann mit "modprobe snd-maestro3; modprobe snd-pcm-oss; modprobe snd-mixer-oss; modprobe snd-seq-oss" verwenden bzw. über die modules.conf einbinden. (In Debian verwendet man /etc/modutils/aliases.) Ausserdem friert das Notebook mit den Alsa Treibern gelegentlich ein, wenn man versucht, den Suspend zu aktivieren. Deshalb unbedingt in /etc/alsa/alsa-base.conf "force_stop_modules_before_suspend=true" setzen!
Grössere Probleme traten allerdings bei der Installation von StarOffice bzw. OpenOffice auf (eine standard Office Anwendung für Unix) auf. Wie sich herausstellte verträgt sich dieses Programm nicht mit dem S3 Grafikkarten Treiber. Deshalb sollte man zusätzlich folgende Environment Variable setzen:
export SAL_DO_NOT_USE_INVERT50=true
Alternativ kann man auch die folgende Methode versuchen, allerdings fehlen wichtige Informationen zu XFree und Treibern, weshalb dies wohl für die meisten eher als Notlösung in Frage kommt. Aus der Debian Mailing-Liste:
Subject: Star Office + XFree 4 + S3 Savage From: Jeff@meta-craft.com Date: Wed Apr 04 2001 - 15:53:22 CEST This is more of an informational post than anything. I have a brand new shiny toshiba tecra 8100. This laptop uses S3's savage video chipset. I've been pulling my hair out trying to figure out why sun's star office crashes when I click anything. Symptoms: Star Office locks up X after the first mouse click. Solution: Enable "ShadowFB", or in the device section for your video card, Section "Device" Identifier "Savage 3D" Driver "savage" Option "ShadowFB" "on" EndSection Now, I don't know if it's fixed because the fb is on, or if accel is off. Hw Accel is turned OFF when you enable shadowfb. This seems to have fixed my freeze problems with X. Now, hopefully one of the search engines finds this post sooner or later so some other geek can get their favorite un*x office suite running. Cheers. Jeff Levy Software Design Meta-Craft Creations
Als sehr nützlich kann sich die Information herausstellen, dass das Aldi Notebook fast baugleich mit dem Asus L8400B ist. Will man später einmal einen zusätzlichen Akku, neue Tastatur, etc. kaufen dann ist man nicht ausschliesslich auf den Kundenservice von Medion angewiesen, sondern kann die Einzelteile für das Asus Gerät verwenden.
Auf einer separaten Seite, sind ein paar nützliche Hinweise zu finden, wie man das Notebook selbst öffnen und kleinere Upgrades durchführen kann. (Alle dort vorgestellten Methoden sind allerdings nicht von mir getestet, deshalb sind die Angaben ohne jede Gewähr.)
Für ganz Eilige, die lediglich ihren Speicher aufrüsten wollen, könnte diese Information eines Heise.De Lesers sehr hilfreich sein:
"Man man muß einen SO-DIMM-Riegel verwenden. Habe mir so ein Dingim Voraus für 139 DM von Schiwi-elektronik bestellt und gleich eingebaut. Bei der Gegelegenheit habe ich gleich die 10 GByte HD gegen eine 20 GByte HD ausgewechselt. Hat mich 399 DM bei Schiwi gekostet (2,5", Travelstar von IBM. Die Festplatte habe ich woanders sogar fü noch weniger gesehen. Die Original-HD im Aldi-Notebook ist die 10 GB Ausgabe aus der selben Modellreihe. Hier noch ein kleiner Tip zum Wechseln der Festplatte: Das Ding liegt oberhalb des Diskettenlaufwerkes, also rechts neben-unter dem Touchpad. Es reicht nur die drei Schrauben an der Unterseite zu lösen, die zum Benutzer hin liegen. Dann kann man Abdeckung bzw. Handballenauflage mit dem Touchpad bei aufgeklapptem Display zu sich hinziehen, also von der Tastatur weg. Dann muß man die Haltschraube des Festplatten-Einschubs herausschrauben und kann dann die Festplatte mit dem Einschub nach rechts herausziehen und dann nach oben herausnehmen. Der Steckplatz für den zusätzlichen RAM-Riegel liegt unter der Tastatur. Man kann die Tastatur leicht hochklappen wenn man oberhalb der F-Tasten vorsichtig das mittlere der drei kleinen schwarzen Rasten von der Tastatur wegdrückt und die Tastatur dann vorsichtig anhebt (sehen das die anderen Rasten mitkommen). Die Tastatur ist nicht festgeschraubt. Ist alles ganz einfach und ich würde dafür nie einen Techniker nehmen. Bloß an den Prozessor und an die Hauptplatine usw. kommt man nicht weil dann wegen so eines Aufklebers die 2 Jahre Garantie futsch sind. (Im Garantie-Fall kann/sollte man die alte Festplatte vielleicht eben wieder einbauen.)" -- CBecker (3. Mai 2001 22:10)
Die hier vorgestellte Installations-Methode für Linux auf dem Aldi Notebook funktionierte bei mir problemlos. Sollten wider Erwarten bei Ihnen Probleme auftreten, es zu Datenverlust, bzw. Hardware Schäden kommen, so übernehme ich dafür keine Verantwortung. Wenn Sie nicht wissen was Sie tun, dann behalten sie doch einfach das vorinstallierte Windows ME.
Dieses Dokument wurde erstellt, in der Hoffnung, dass es für andere nützlich ist. Diese Anleitung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit. Für Verbesserungsvorschläge und Korrekturen bin ich jederzeit offen.
| Andreas Bauer, <baueran@in.tum.de> Last modified: Sun Oct 26 08:53:53 2003 |
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